
Analoge Fotografien von Laura Rumpl und Lena Hummelsberger
Vernissage am 17. 10. ab 18 Uhr in der Bobbin Gmünd!
In „Untitled Memories“ von Laura Rumpl vermischen sich eingefangene Erinnerungen an Orte, Menschen und alltägliche Situationen. Durch die analoge Technik der Doppelbelichtung entsteht eine Art Wimmelbild, das sich nicht auf den ersten Blick vollständig erschließen lässt. Was zunächst diffus oder beinahe chaotisch erscheint, beginnt sich bei längerer Betrachtung aufzufächern: einzelne Ebenen treten hervor, Details werden sichtbar und neue Zusammenhänge entstehen. Momente, die einst unabhängig voneinander existierten, treffen innerhalb eines Bildes aufeinander, bilden eine Symbiose und erschaffen eine neue Atmosphäre.
Die Fotografien folgen dabei einer ähnlichen Logik wie Erinnerung selbst: Erlebtes bleibt nicht unverändert bestehen, sondern überlagert sich, verschiebt sich und verbindet sich im Rückblick mit anderen Bildern und Eindrücken. Bei der analogen Doppelbelichtung lässt sich das endgültige Zusammenspiel der Aufnahmen nur bedingt kontrollieren. Dadurch entstehen überlappende, ungeplante Momente die zufallsbedingte Kompositionen ergeben.
Lena Hummelsberger zeigt unter dem Titel „Focus Magnifier“ analoge Fotografien, die sich zwischen Street Photography und Momenten aus ihrem persönlichen Umfeld bewegen. Die meisten Bilder werden heute auf kleinen Bildschirmen betrachtet, zwischen unzähligen anderen und für wenige Sekunden. Focus Magnifier versucht, diesen kurzen Blick zu verlängern und gezielt zu lenken. Nebensächliche Details – Dinge, die im Gesamtbild kaum auffallen oder eigentlich nichts Besonderes sind – bekommen eine unverhältnismäßig große Aufmerksamkeit.
Vielleicht ist das Ganze aber auch nur ein Trick: Wenn ein Bild auf Social Media länger betrachtet wird, freut sich der Algorithmus. Focus Magnifier überträgt dieses Prinzip aus dem digitalen Raum in die Ausstellung und versucht, den Algorithmus der Realität auszutricksen.